Estella Schweizer – NebelLeben

 
Im Alltagstrott dahinne schweben
ToDo-Karussel anschupsen- leben
treten im eigenen Hamsterrad
schneller, eiliger, effizienter Spagat
Kontaktfreudig, geschwind noch einen Wein mit ´nem Freund
auf dem Heimweg die Mailbox – nichts versäumt
Verabredungen für den nächsten Abend bestätigt
in der Straßenbahn die Planung für Morgen getätigt.
Im Strudel der Zeit überleben wir
die „Erledigt“spirale – das Glückselixir
im Kreis immerzu rund wirbeln, rundherum
die Klarsicht verschwimmt, vernebelt, dann Stumm.
wir rasen dahin, kein Blitzlicht weit und breit
das Fremdwort mit dem Namen „Geschwindkeit“
-tsbegrenzung
ist uns kein Begriff
das kennen wir nicht
und es vernebelt uns
wortwörtlich die Sicht.
Nichts sticht mehr hervor,
alles versteckt hinter grau
Die Termine sind dicht
wir stecken im Stau.
und dichter und dichter und dichter – der Nebel
und lichter und lichter und lichter – will leben
Spaziergang übern Wintergrau-trüben Acker
trotz weniger Meter Sicht schreit ich wacker
voran
und dann
erhascht mein Auge etwas
Magenta – Cyan
im Übergang von Rot zu Grün
bleibe ich stehen
um hin zu sehen.
Verloren
von einem Kinderfuß
als Wegesgruß
lacht sie mich an.
Sie sticht hervor
zieht meinen Blick
Verhüllungskünstler Nebel
drängt zurück
die bunte Welt
ein Stück.
So auch im AlltagsNebelTum
manch Zeichen, grad und krumm
Ein Wegweiser, Hinweisschild
anhalten!
den Moment
gestalten!
Nachwort:
Doch gäbe es kein bisschen „Nebel“ nicht,
wäre um uns ständig immer sonnenschein-klare Sicht,
so fiele uns so manches gar nicht ins Auge,
es ging´verloren in der nackten Weite, ich glaube,
es ist alles eine Sache von Maß,
zu wenig, zu viel, zu lasch, zu krass,
in der Balance
liegt die Chance

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