Alexander Renz – Der Grund

Aus diesem Grund bestand meine Henkersmalzeit aus einem
Cheeseburger und zwei Bier.

Aus diesem Grund stieg ich die Treppen zu ihrer
Kellerwohnung hinab

und zuckte zusammen, als sie meinen sonnenverbrannten Rücken mit kühlender
Salbe bestrich.

Aus diesem Grund grub sie ein letztes Mal ihre Fingernägel
in das rotglühende Fleisch.

Aus diesem Grund konnte ich in den wenigen verbleibenden
Stunden neben ihr nicht schlafen,

darauf wartende, dass der einseitige Abschied kam.

Ihr wundervoller, schlafender, gebräunter Körper im
anbrechenden Tageslicht, um 6:30 Uhr am Montagmorgen.Die vergossenen Tränen
der letzten nächtlichen Tragödie sind fortgewischt, vergessen.

Der Wunsch nach der Unendlichkeit des Augenblicks

bricht mir im Sonnenaufgang das Genick.

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