Antonia Küchlin – Garten der Liebe

Garten der Liebe
Da stehe ich nun,
die Hände blutig und voll Erde,
mit Tränen in den Augen,
in meinem Garten der Liebe.
Vor einem Jahr erst habe ich ihn gerodet und verbrannt
und nun endlich die kalte Erde neu bepflanzt.
Jeden Samen den ich bekam habe ich gehegt und gepflegt;
Pflanzte goldenes Glück neben schlingender Eifersucht
Pflanzte strahlend blaue Erfüllung neben giftiger Unsicherheit
Pflanzte zartrosanes Vertrauen neben schwarzen Abgründen
Und habe alles erwachsen lassen.
Ja, da stehe ich und bemerke, dass ich nichts ernten kann und diesen Garten verlassen sollte, bevor mich das Gestrüpp erstickt!
Du sagst, es schmerzt dich mich so zu sehen; verloren kämpfend gegen das was ich schuf.
Du sagst, auch er trägt Verantwortung für diesen Garten und ich solle ihm endlich Einsicht gewähren..
Aber ich bin diejenige, die kopflos säte und kann mich nun nicht mehr entziehen!
Und ich kann ihm das nicht zeigen,
denn vielleicht bleibst du die Einzige,
die die bizarre Schönheit erkennen kann,
die ich empfinde
wenn ich weinend in meinem wilden Garten stehe
und die Blüten müde blühen.

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