Antonia Küchlin – Kind

Wir zwei haben einander nicht ausgesucht. Haben durch die gegebenen Umstände zueinander gefunden.
Du bist wütend,
und du tobst vor Zorn,
so unverfälscht
so wahr
ohne jede Scham.
Und ich lasse dich wütend sein, doch halte dich.
Halte dich fest, damit du dich nicht selbst verletzt.
Halte dich, denn ich weiß um deinen Krieg.
Deinen Krieg des Erwachsenwerdens
Deinen Krieg um Vernunft
Wie könne ich erwarten, dass du als Kind einen besonnenen Kampf führst?
Ich bewundere dich dafür, wie du dich ohne einen Hauch von Rationalität deinen mächtigen Gefühlen so hingeben kannst und darfst.
Wie könnte ich dir sauer sein, wenn du sagst, dass du mich hasst?
Dein Krieg ist kein Angriff, sondern eine Selbstoffenbarung der Liebe an dein Leben.
Wo ist mehr Leben als in diesen grenzenlosen Situationen?
Ich wünsche dir, dass deine Gefühle immer so jung bleiben,
doch das du lernst, dich selbst und deine Seele so zu halten,
wie ich dich gerade in meinen Armen,
damit du dich niemals selbst verletzt.

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