Antonia Küchlin – Die weiße Gardine

Die weiße Gardine, zart
vom Wind aus dem Fenster
gezogen, gehoben
umspült, umspielt
hinaus in das Dunkel
aus Nacht
aus warmer, duftender Nacht
Lass das Tuch zieh‘n
Komm, lehn dich an –
Die Wärme, das Toben, die Nacht
schwappt in unser Fenster
hält uns wach
hält uns gebannt
hält dich und mich bewegungslos
Als aufmerksame Zuhörer
die die Zeit
dabei erwischen
wie sie poltert beim Verstreichen
Lass sie toben in der Nacht
Komm, lehn dich an – meinen Rücken
Ich atme dir zum Lauschen
mein schönstes Schlaflied

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