Ingo Heckwolf – Ein schöner Umstand

 

Der frisch gepflanzte Ahornbaum in der Eisenbahnstraße, der Stamm noch fast bis zur jungen Krone dreieinhalb Meter hoch mit dem weißem Schutzanstrich vor Stammrissen bestrichen, stand er in der Reihe zwischen all den anderen, um viele Jahre älteren Ahornbäumen, ungeschützt jedoch vom Schattenwurf der Hochhäuser auf der anderen Straßenseite in vollem Sonnenschein und ließ entmutigt die hellgrünen Blätter hängen. Ein trübseliges Bild für meine Augen und das direkt auf dem Bürgersteig neben einem Zebrastreifen und vor dem Eingang zum Hotel Rheingold. Diesen Umstand wollte ich mir zu Nutze machen. Langen Schritts fiel ich in das Hotel ein. Informierte den Portier an der Rezeption über meine Beobachtung mit dem Nebensatz, es sei zwar Angelegenheit des städtische Gartenamts, aber es mache doch kein gutes Erscheinungsbild, respektive, es werfe ein schlechtes Licht auf das Hotel, woraufhin er mir sogar an die Eingangstüre folgte und sich meine Beschreibung selbst besah. Seitdem habe ich an dem Zögling nie mehr auch nur ein Blättchen vor Wassermangel niederhängen sehen.

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