Rainer Bucher – Lichtgestalten

Sonnen sind wir,
Strahlend hell.
Im gleißend Lichte
Unserer Tage,
Verblasst der andren
Warmes Licht
In kaltem, dunklen Raum.
…und kindlich frisch
Steht da die Unschuld,
Als weißes Blatt
Frei für den Tag,
Verliert sich selbst
In der Erfahrung
Mal bitter und
Mal herrlich süß.
…und tritt der Wille
Auf die Bühne,
So schreibt er
Alle Blätter voll,
Berührt, bewegt, befleckt
Die Träume,
Und nichts ist,
Was es einmal war.


…und weinend
Sehn der Liebe Augen
In Menschenrücken,
Tief die Schwerter,
Umarmend
Stechend andre Herzen,
Weil das was war
Die Brust nun spickt.
…und lachend,
Voll Triumph das Leid,
In Menschenmassen
Buntem Reigen,
Die jammernd da
Dem Schicksal klagen,
Um es der ganzen Welt
Zu zeigen.
…und Schlafes Bruder
Reibt die Hände,
Zu Menschen taumelnd
Schlafeswandel,
Die endlich sehen
Was sie mal gaben,
Wo er das nimmt
Was kaum geschätzt.
So strahl nun Sonne,
Doch erkenne,
Nur wo du auch
Auf andre triffst,
Sieht man dein Leuchten
In der Leere,
Drum erleuchte
Doch verbrenn sie nicht.

2 thoughts on “Rainer Bucher – Lichtgestalten

  1. Danke Toni. Das ist bittersüße Realität. Was die Metaphorik angeht bin ich mit dem Werk zufrieden, wobei ich es denk ich trotzdem mal noch überarbeiten sollte…

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