S.K. – Der Freier


Während Penelope unter den Freiern ihren Faden spinnt, vagabundiert er – so heißt es – mit dem
Schiff auf sieben Meeren. Einmal sei Odysseus kurz vor Itaka gewesen – erzählen die Fischer.
Ich befürchte, dass es eine Robbe war.
Dass ihr mich nicht missversteht, ich sage das nicht, weil ich unter euch bin und hier einen Vorteil
mir davon verspreche. Sogar wenn Odysseus untergegangen sein sollte, wird sie ihren Platz am
Webstuhl nicht verlassen.
Ich bin sicher.
Sollte sie, Penelope, zu einer neuen Hochzeit sich erheben und entschlossen einen von uns wählend
küssen – sollte sie das tun (was ich in Zweifel ziehe), wird ein Blutbad unter den Verschmähten
angerichtet.
Ich füge hinzu, dass ich vermute, dass Odysseus sich auf einer nahen Insel uns verbirgt. Dass er –
wie hier einige behaupten – abenteuerlustig ist, bedinge ich mir aus, für ein Gerücht zu halten.
ICH PLÄDIERE DAFÜR, DASS ODYSSEUS AN DEM TAG, DA TROJA FIEL, SOFORT ZURÜCK GESEGELT IST.
Warum hat er sich nicht blicken lassen? Warum fehlt er?
Das ist richtig. Und ich will euch alles sagen, was ich weiß.
Als Odysseus in unseren Hafen einlief und die Zinnen von der Stadt in Glanz erstrahlen sah, dreht
er sich um und trägt ihnen auf, dass sie die Anker, die ringsum bereits ins Wasser klatschten, lichten.
Dann, schon auf dem Meer, zeigt ihm ein Seemann, den zuhause Frau und Kind erwartet haben,
seinen Strand.
Warum lässt du uns nicht, was wir lieben, sehen?, fragt er den Odysseus.
Und es werden ihm die Augen zugehalten.
Auf der Insel gingen sie an Land. Danach ließ er die Freunde fahren.
Ich bin sicher, dass er in der Nähe ist.

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